wissen
Sylt wird im Westen durch die Nordsee, und im Osten durch das Wattenmeer begrenzt.
Durch Einwirkungen der Nordsee verändert Sylt ständig seine Gestalt, im Norden der Insel sind bei Sturmfluten oft Landabbrüche zu verzeichnen, und an anderen Stellen wird der Sand wieder angespült. Der Strand an der Westküste hat eine Länge von fast 40km Länge und erstreckt sich vom Ellenbogen im Norden bis zur Hörnum-Odde im Süden. Der Strand geht in eine Dünenlandschaft über, in Höhe Wenningstedt und Kampen befindet sich das rote Kliff, dort fallen die Dünen bis zu 25m steil ab. Auf der Wenningstedter Wattseite befindet sich noch das Weiße Kliff und bei Morsum ist das Morsum-Kliff zu finden welches 23m hoch und das interessanteste ist weil man dort verschiedene Erdschichten aus 7 Mio. Jahren Erdgeschichte zu Gesicht bekommt. Im Westen von List befindet sich die einzigste Wanderdüne an der deutschen Küste, sie ist 26m Hoch und ca. 1km lang. Im Inselnorden befinden sich zwischen Dünnen und Watt größere Heideflächen und zwischen Westerland und Morsum auch Wiesen und Felder.


Der Hindenburgdamm








hindenburgdamm










hindenburgdamm
Ein 11km langer Bahndamm verbindet das Festland mit der Insel Sylt und fast jeder der nach Sylt Reisen möchte muss mit der Bahn über den Hindenburgdamm fahren.

Das erste mal kam der Gedanke über einen Damm auf im Jahr 1865 von dem Sylter Christian Peter Hansen. Und die Idee war nicht einmal so schlecht, da ja im Jahre 1855 Westerland zum Seebad ernannt wurde, und gute Verkehrsanbindungen eh gefragt waren.

Im Jahr 1876 wurde der Wattboden überprüft ob der überhaupt für einen solchen Damm geeignet sei, und das Ergebnis war gut und es würde nichts einem Bau im Wege stehen. Doch die Sylter Bevölkerung war von einem Bau des Dammes nicht begeistert, da sie Angst hatten vor Veränderungen der friesischen Kultur auf Sylt.

Im Jahr 1913 wurde nun aber vom preußischen Landtag doch grünes Licht gegeben und der Bau könnte eigentlich beginnen, doch der Erste Weltkrieg machte dem ganzen wieder einen Strich durch die Rechnung und der Bau wurde doch nicht gestartet.

Nach dem Krieg wurde eine Verbindung zum Festland fast unverzichtbar, und die Sylter Bevölkerung sah dieses Projekt mittlerweile auch nicht mehr mit Skepsis und Sie befürworteten dieses Projekt.

Nun war es soweit und im Jahr 1921 hat man begonnen mit den Vorarbeiten, und im Jahr 1923 begann der eigentliche Bau des Dammes. Doch die Freude sollte nicht lange anhalten, den im August 1923 zerstörte eine Sturmflut das was bis zu diesem Zeitpunkt schon entstand. Aber niemand dachte ans aufgeben und es wurde eine Wand in den Boden gerammt bestehend aus Strohballen und Holzbohlen die das Wasser abhalten sollen. Ab sofort waren über 1500 Arbeiter Tag und Nacht damit beschäftigt den Damm zu bauen dafür wurden 3,6Millionen Kubikmeter Erde, und über 400.000Tonnen Steine, Kies und Pfähle bewegt, bis der Damm eine Sohlenbreite von 50Metern, eine Dammkrone von rund 10Metern und eine Höhe von 8Metern erreichte.

Am 1.Juni 1927 war es soweit der Damm wurde vom damaligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg eingeweiht. Getauft wurde der Damm aber erst später auf diesen Namen.

Seit 1932 fahren dort die ersten Autozüge, und im Jahr 1972 wurde ein zweites Gleis verlegt.
Historische Fotos vom Bau
Küstenschutz auf Sylt






buhnen






tetrapoden






sandvorspuelung
Sturmfluten sind der größte Feind der Insel Sylt, jedes Jahr hört man nach Stürmen immer wieder von den großen Sandverlusten der Insel, und wenn man da nicht gegen steuert, würde Sylt in den nächsten Jahrzehnten ganz schön schrumpfen, und evt. auseinander brechen. Daher wird seit über 100 Jahren nach Möglichkeiten gesucht die Küsten von Sylt zu schützen. Auf keiner anderen Insel sind diese Sandverluste so groß wie auf Sylt, Amrum z.B. ist genau das Gegenteil hier wird immer mehr Sand angespült unter anderem von Sylt, wobei diese Insel nur wenige Kilometer entfernt liegt.

Liegen tut das da dran das die anderen Inseln Vorgelagerte Sandbänke haben die so gesehen die Wellen abbremsen, und vor Sylt herrscht genau das Gegenteil, den hier ist der Meeresboden sehr tief und steigt erst kurz vor der Insel steil an. Dadurch kommen die Wellen natürlich mit voller wucht an die Küste, was diese Sandverluste natürlich hervorruft.

Viel wurde versucht um da gegen zu wirken, doch so richtig helfen auf längere sicht tut nichts.

Seit dem Jahr 1867 macht man sich Gedanken und man hat es mit Buhnen versucht, hierbei handelt es sich um Holzpfähle, die in langen Reihen rechtwinklig zur Küste in das Meer geschlagen werden. Aber so richtig bringen tun sie nichts, da viele Querströmungen diese Buhnen umgehen.

Anfang des 20.Jahrhunderts hat man in Westerland eine 800m lange Strandmauer errichtet die bis zum Jahr 1954 auf drei Kilometer erweitert wurde, aber auch hier sind immer wieder große Reparaturen zu bewerkstelligen.

Im Jahr 1960 fing man an Tetrapoden an der Westküste zu errichten, das sind vierfüßige Betonungetüme die aber immer mehr im Sand versinken, wodurch auch dieser Küstenschutz unbrauchbar ist, ab dem Jahr 2005 werden diese auch immer mehr entfernt.

Im Jahr 1972 wurde eine ganz neue Idee umgesetzt nämlich die Sandaufspülungen. Vor der Westküste befinden sich dafür Baggerschiffe, die ein Wasser-Sand-Gemisch aus dem offenen Meer holen um es dann an den Strand zu pumpen. Dort wird der Sand durch Bulldozer verteilt. Die Vorteile an der Methode sind, das dass Meer bei Sturmfluten eigentlich nur die Sandaufspülungen wieder zu sich holt, und die eigentliche Küstenlinie verschont bleibt. Aber es gibt halt auch die Nachteile, und die sehen so aus, dass in regelmäßigen Abständen immer wieder Sand aufgespült werden muss, was natürlich auch mit immensen Kosten verbunden ist. Aber bis heute zählt diese Möglichkeit als die erfolgreichste.

Aber leider werden die kosten auch immer höher, und durch die Erderwärmung wird sicherlich auch der Meeresspiegel steigen und das bedeutet wieder eine größere Gefährdung der Insel. Daher wird immer weiter Ausschau gehalten nach neuen Alternativen.